(Archiv: 6. März 2007)
Kaum ist man aus privaten Gründen einige Wochen komplett offline (nein, meine Tarnkappe wurde nicht gelüftet), wird von Westeins der erste der erste kleine Schritt in die „schöne neue web2.0-Welt“ gemacht. Westropolis heißt der neue Kulturkanal aus dem Zeitungshaus. Dafür wurden, wie bereits bei den ersten Diskussionen über den geplanten Web-Auftritt angekündigt, sogar externe Blogger eingekauft.
Um die Diskussion aus dem letzten Jahr noch einmal aufzugreifen: Hoffentlich werden die auch leistungsgerecht entlohnt und bekommen mindestens die rund 30 Cent pro Zeile, von denen freie Print-Mitarbeiter ihr Luxus-Dasein mit Auto, Handy und Internet-Anschluss (das unverzichtbare Handwerkszeug) finanzieren müssen. Dabei bin ich mir persönlich nicht ganz sicher, ob man Online-Autoren eigentlich besser bezahlen sollte als Print-Schreiber, deren Artikel letzendlich (ohne Sonder-Honorar) auch auf den WAZ-Online-Seiten landen. Aber das ist eine Diskussion, die eher in den (geschwächten) Journalisten-Gewerkschaften geführt wird, in den Print-Redaktionen ist das kein Thema.
Damit wäre ich bei dem Stichwort, das das Interesse der meisten WAZ-Redakteure am Online-Engagement des Hauses (zumindest in vielen Lokalredaktionen) ganz treffend kennzeichnet: „kein Thema“. Dass Westropolis gestartet ist, haben viele erst aus dem eigenen Blatt erfahren und dann der Seite vielleicht einen kurzen Besuch abgestattet. Kommentare zu diesem interessanten Projekt werden weder in Konferenzen, noch in privaten Gesprächen abgegeben. Nur die „üblichen Verdächtigen“, Online-Beauftragte wie Bernd Kassner oder der NRZ-Onliner Markus Peters kommentieren in den Blogs. Ansonsten herrscht freundliches Desinteresse.
Dazu kommt, dass die Neugier auf „Westeins“ mit jeder gerüchteweise bekannt gewordenen Verschiebung des Erscheinungstermins immer weiter in den Keller rutscht. Ja, es baut sich sogar trotz (oder wegen) der regelmäßigen „Wie Funktioniert das Internet heutzutage“-Geschichten eine gewisse Antipathie gegen das „Online-Teufelszeug“ auf. „Braucht man das eigentlich, auch in der Freizeit noch vor dem Bildschirm zu sitzen? Mir reicht die Zeitung! Und überhaupt, was ist eigentlich web2.0?“ fragte vor kurzem ein sonst aufgeschlossener Kollege. Dabei wurde doch gerade dieser Begriff hinreichend in der gedruckten WAZ-Ausgabe erklärt.
Und was macht zur Zeit die Westeins-Chefredaktion? Nichts, von dem ein Print-Kollege in der Lokal-Redaktion etwas erführe. Weder Rundschreiben, noch Newsletter, noch Aushänge informieren über den aktuellen Stand des Projektes. Wer die Suche-Funktion des WAZ-Intranets mit dem Begriff „Westeins“ füttert, bekommt so interessante Informationen, wie die Inventur-Richtline, auf der auch die Chefredakteurin Borchert genannt wird. Einige Informationen gibt da wenigstens der Pressespiegel her, der unter anderem auf den Artikel „Lyssas wilder Westen“ in der Süddeutschen Zeitung verweist.
Und damit haben wir wieder das alte Kommunikations-Problem in unserem Kommunikations-Unternehmen. Will ich etwas aus meiner Firma erfahren, muss ich andere Blätter zu Rate ziehen oder ins Bloggersdorf gehen. Da erfahre ich dann wenigstens, wie der ziemlich informationsfrei gehaltene SZ-Artikel so ankommt. Bei der Interviewten stößt er zumindest auf wenig Gegenliebe, um nicht zu sagen die Story hat offensichtlich dafür gesorgt, dass Lyssa „sich auf den Boden warf und mit den Fäusten trommelte“. Ok, die Story war sicher nicht das, was sich SZ-Kommentator Heribert Prantl unter Qualitäts-Journalismus vorstellt, aber das Interview wurde doch wohl gegeben, um das Westeins-Projekt auch bei Offline-Lesern bekannt zu machen oder weiter im Gespräch zu halten. Im Sinne von PR ist es doch sogar positiv zu bewerten, dass die Münchener Zeitung erst jetzt die Online-Aktivitäten der WAZ für sich als Thema entdeckt hat.
Nur, nicht jeder WAZler liest die SZ und so flaut der von der Chefredaktion im letzten Jahr geschürte Westeins-Hype in den Redaktionen langsam ab, ist eben im Alltag „kein Thema“ mehr.
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Donnerstag, 10. Mai 2007
Zwischen den Stühlen (Update)
(Archiv 26. Januar 2007)
Als wäre es abgesprochen. Kaum wird die WAZ-Neuschöpfung des regionalen Newsdesk in Recklinghausen über die verärgerte Leserschaft hinaus zum Thema, landet das Medienhaus Lensing in Münster einen Coup, der nicht nur bei den dort vorerst (nur) freigestellten Redakteuren für Betroffenheit sorgt. „Billig (unter Tarif) besetzten Newsdesk rein – teure (weil nach Tarif bezahlte) Erfahrung raus“ scheint das Motto zu sein, das sich die nie um eine negative Überraschung verlegenen Verleger offenbar als Handlungsmaxime für die Zukunft ihres Hauses auf die Fahnen geschrieben haben.
Wie die Reaktionen der Leser in Münster ausfallen, bleibt abzuwarten. Manchen mag es sogar egal sein und viele wissen vielleicht gar nicht, auf wessen Rücken das Relaunch ihrer Heimatzeitung ausgetragen wurde.(Obwohl man sogar au dem Westline-Portal Kritisches zur Entwicklung lesen kann.)
Vor diesem Hintergrund erscheint die „neue Regionalausgabe“ im Vest, die am „Newsdesk“ in Recklinghausen entsteht, in der Medienszene nur noch ein „Aufreger“ zweiter Ordnung zu sein. Es gab keine Entlassungen, alle werden brav nach Tarif bezahlt und die WAZ bleibt den Lesern im Verbreitungsgebiet von Recklinghausen bis Olfen erhalten.
Also auch im neuen Gewand business as usual?
Ganz im Gegenteil. Die rund 25 Redakteure haben zwar ihre festen Plätze rund um den neuen Nachrichten-Tisch, sitzen aber gleichzeitig zwischen allen Stühlen. Sie müssen nach außen hin ein Lokalzeitungs-Modell vertreten, das ihnen von Verlag und Chefredaktion als die „Zeitung der Zukunft“ diktiert schmackhaft gemacht wurde. Wenn es dem einen oder anderen Kollegen vielleicht sogar schmeckt, in einer „Avantgarde-Redaktion“ (höchster Rang auf der Chefredaktions-Lobskala) zu arbeiten, so ballen doch manche altgediente Lokalredakteure insgeheim die Faust in der Tasche. Eigentlich gewohnt, von Lesern manchmal auch negative Kritik einzustecken, waren sie von der Lawine, die sie nach dem Start der neuen Vest-Ausgabe überrollte, doch überrascht. Die Telefone standen nicht still. „Wo ist meine Lokalausgabe?“ „Was interessiert mich der Verein in Recklinghausen, ich wohne in Haltern!“ „Wenn das mein Lokalteil sein soll, dann bestelle ich die WAZ ab!“
Ich beneide die Kollegen nicht, geballten Unmut für etwas zu spüren, was andere ihnen eingebrockt haben, ist sicher kein Zuckerschlecken.
Und die Leser haben nicht ganz unrecht. Versetze ich mich in die Lage von Jens, der ja aus Olfen stammt (aber schon vor dem Relaunch in den Pott gezogen ist, also keine falschen Zusammenhänge konstruieren) und nehme mir die heutige (25.1.) Vest-Zeitung zur Hand, fühle ich mich arg im Stich gelassen. Genau auf zusammen 48 Zeilen spiegelt sich in der zwölfseitigen Regional-Ausgabe das Leben in Olfen wieder. Da können sich Leser aus Waltrop sogar über 106 Zeilen freuen. Das alles verteilt sich auf Meldungen, bei Mehrspaltern ist Fehlanzeige.
Wenn man in der „Zentrale“ Recklinghausen weit ab vom lokalen Geschehen zum Beispiel vom über 20 Kilometer entfernten Haltern arbeitet, verliert man als Redakteur natürlich mit der Zeit das Gespür, was rund um den Kirchturm so los ist. Da schlafen Kontakte ein, da kommt nicht mal eben ein Leser in die Redaktion geschneit und erzählt eine kleine Geschichte. Das merken zumindest die alten Abonnenten – und kündigen massenhaft. Über die genauen Auflagenentwicklungen wird man beim „einfachen WAZ-Volk“ natürlich nicht informiert, aber der Flurfunk vermeldet fast 1000 Abbestellungen.
Dazu kommen noch die bei der WAZ nicht ungewöhnlichen Tücken der Technik. Für Service und Wartung der Computer ist seit Jahresanfang kein eigenes Personal mehr zuständig, der Bereich wurde outgesourced. Da kann man schon einmal während der Produktionszeit gut drei Stunden auf Hilfe warten, wenn am Newsdesk kein Bildschirm mehr flimmert.
Zugegeben, in Münster hat man den Kollegen den Stuhl vor die Tür gestellt und in Recklinghausen sitzt man zwischen den Stühlen. Bequem ist das nicht, zumal man nicht weiß, ob der von der Chefredaktion propagierte Leseraustausch klappt und später stabile Auflagenzahlen für eine halbwegs gesicherte Zukunft sorgen. Wenn die Vest-Zeitung scheitert, was wird dann aus der Redaktion?
Update: Traurige Erkenntnis, aber köstlich zu lesen: Jens und das Vest (Fehst, Fest, Feh...)
Als wäre es abgesprochen. Kaum wird die WAZ-Neuschöpfung des regionalen Newsdesk in Recklinghausen über die verärgerte Leserschaft hinaus zum Thema, landet das Medienhaus Lensing in Münster einen Coup, der nicht nur bei den dort vorerst (nur) freigestellten Redakteuren für Betroffenheit sorgt. „Billig (unter Tarif) besetzten Newsdesk rein – teure (weil nach Tarif bezahlte) Erfahrung raus“ scheint das Motto zu sein, das sich die nie um eine negative Überraschung verlegenen Verleger offenbar als Handlungsmaxime für die Zukunft ihres Hauses auf die Fahnen geschrieben haben.
Wie die Reaktionen der Leser in Münster ausfallen, bleibt abzuwarten. Manchen mag es sogar egal sein und viele wissen vielleicht gar nicht, auf wessen Rücken das Relaunch ihrer Heimatzeitung ausgetragen wurde.(Obwohl man sogar au dem Westline-Portal Kritisches zur Entwicklung lesen kann.)
Vor diesem Hintergrund erscheint die „neue Regionalausgabe“ im Vest, die am „Newsdesk“ in Recklinghausen entsteht, in der Medienszene nur noch ein „Aufreger“ zweiter Ordnung zu sein. Es gab keine Entlassungen, alle werden brav nach Tarif bezahlt und die WAZ bleibt den Lesern im Verbreitungsgebiet von Recklinghausen bis Olfen erhalten.
Also auch im neuen Gewand business as usual?
Ganz im Gegenteil. Die rund 25 Redakteure haben zwar ihre festen Plätze rund um den neuen Nachrichten-Tisch, sitzen aber gleichzeitig zwischen allen Stühlen. Sie müssen nach außen hin ein Lokalzeitungs-Modell vertreten, das ihnen von Verlag und Chefredaktion als die „Zeitung der Zukunft“ diktiert schmackhaft gemacht wurde. Wenn es dem einen oder anderen Kollegen vielleicht sogar schmeckt, in einer „Avantgarde-Redaktion“ (höchster Rang auf der Chefredaktions-Lobskala) zu arbeiten, so ballen doch manche altgediente Lokalredakteure insgeheim die Faust in der Tasche. Eigentlich gewohnt, von Lesern manchmal auch negative Kritik einzustecken, waren sie von der Lawine, die sie nach dem Start der neuen Vest-Ausgabe überrollte, doch überrascht. Die Telefone standen nicht still. „Wo ist meine Lokalausgabe?“ „Was interessiert mich der Verein in Recklinghausen, ich wohne in Haltern!“ „Wenn das mein Lokalteil sein soll, dann bestelle ich die WAZ ab!“
Ich beneide die Kollegen nicht, geballten Unmut für etwas zu spüren, was andere ihnen eingebrockt haben, ist sicher kein Zuckerschlecken.
Und die Leser haben nicht ganz unrecht. Versetze ich mich in die Lage von Jens, der ja aus Olfen stammt (aber schon vor dem Relaunch in den Pott gezogen ist, also keine falschen Zusammenhänge konstruieren) und nehme mir die heutige (25.1.) Vest-Zeitung zur Hand, fühle ich mich arg im Stich gelassen. Genau auf zusammen 48 Zeilen spiegelt sich in der zwölfseitigen Regional-Ausgabe das Leben in Olfen wieder. Da können sich Leser aus Waltrop sogar über 106 Zeilen freuen. Das alles verteilt sich auf Meldungen, bei Mehrspaltern ist Fehlanzeige.
Wenn man in der „Zentrale“ Recklinghausen weit ab vom lokalen Geschehen zum Beispiel vom über 20 Kilometer entfernten Haltern arbeitet, verliert man als Redakteur natürlich mit der Zeit das Gespür, was rund um den Kirchturm so los ist. Da schlafen Kontakte ein, da kommt nicht mal eben ein Leser in die Redaktion geschneit und erzählt eine kleine Geschichte. Das merken zumindest die alten Abonnenten – und kündigen massenhaft. Über die genauen Auflagenentwicklungen wird man beim „einfachen WAZ-Volk“ natürlich nicht informiert, aber der Flurfunk vermeldet fast 1000 Abbestellungen.
Dazu kommen noch die bei der WAZ nicht ungewöhnlichen Tücken der Technik. Für Service und Wartung der Computer ist seit Jahresanfang kein eigenes Personal mehr zuständig, der Bereich wurde outgesourced. Da kann man schon einmal während der Produktionszeit gut drei Stunden auf Hilfe warten, wenn am Newsdesk kein Bildschirm mehr flimmert.
Zugegeben, in Münster hat man den Kollegen den Stuhl vor die Tür gestellt und in Recklinghausen sitzt man zwischen den Stühlen. Bequem ist das nicht, zumal man nicht weiß, ob der von der Chefredaktion propagierte Leseraustausch klappt und später stabile Auflagenzahlen für eine halbwegs gesicherte Zukunft sorgen. Wenn die Vest-Zeitung scheitert, was wird dann aus der Redaktion?
Update: Traurige Erkenntnis, aber köstlich zu lesen: Jens und das Vest (Fehst, Fest, Feh...)
Modell Recklinghausen II Update
(Archiv: 18. Januar 2007)
Ich habe ja noch nicht herausbekommen, wie es um die Abo-Kündigungen im Bereich Vest steht, wenn man sich aber das WAZ-Forum zu diesem Thema ansieht (Thread von Jens eingerichtet), kann der Verlag derzeit nicht mit einer Steigerung der verkauften Auflage rechnen.
Es ist den Lesern die frühmorgendliche Zeitungs-Heimat weggenommen worden. Wenn auch sicher die Forenbeiträge nicht repräsentativ sind, so machen sie doch den Stellenwert des Lokalen deutlich. Keiner der Schreiber will die WAZ wegen ihres Mantelteils behalten, wenn die lokale Berichterstattung fehlt.
Das sollte den Damen und Herren in der Zentralredaktion zu denken geben!
Update: „Die WAZ ist für mich jedenfalls seit Samstag Geschichte.“ So der bisher letzte Beitrag im "Vest-„Abbestellungs“-Forum" der WAZ.
Inzwischen sind die Stimmen der unzufriedenen Leser auch in die Mittags-Konferenz der Zentralredaktion gedrungen. Ein Kollege berichtete vom Dienst an der Leser-Hotline. Hauptthema der Anrufer: Klagen über die neue Vest-„"Lokal“"-Ausgabe. In der Konferenz wurde auch berichtet, dass allein am ersten Wochenende der neuen Ausgabe über 300 Abo-Kündigungen eingegangen sein sollen. Inzwischen dürfte die Zahl einen vierstelligen Bereich erreicht haben.
Ich habe ja noch nicht herausbekommen, wie es um die Abo-Kündigungen im Bereich Vest steht, wenn man sich aber das WAZ-Forum zu diesem Thema ansieht (Thread von Jens eingerichtet), kann der Verlag derzeit nicht mit einer Steigerung der verkauften Auflage rechnen.
Es ist den Lesern die frühmorgendliche Zeitungs-Heimat weggenommen worden. Wenn auch sicher die Forenbeiträge nicht repräsentativ sind, so machen sie doch den Stellenwert des Lokalen deutlich. Keiner der Schreiber will die WAZ wegen ihres Mantelteils behalten, wenn die lokale Berichterstattung fehlt.
Das sollte den Damen und Herren in der Zentralredaktion zu denken geben!
Update: „Die WAZ ist für mich jedenfalls seit Samstag Geschichte.“ So der bisher letzte Beitrag im "Vest-„Abbestellungs“-Forum" der WAZ.
Inzwischen sind die Stimmen der unzufriedenen Leser auch in die Mittags-Konferenz der Zentralredaktion gedrungen. Ein Kollege berichtete vom Dienst an der Leser-Hotline. Hauptthema der Anrufer: Klagen über die neue Vest-„"Lokal“"-Ausgabe. In der Konferenz wurde auch berichtet, dass allein am ersten Wochenende der neuen Ausgabe über 300 Abo-Kündigungen eingegangen sein sollen. Inzwischen dürfte die Zahl einen vierstelligen Bereich erreicht haben.
WAZ Euro-Newsdesk
(Archiv: 16. Januar 2007)
(Nachrichten-)Tischlein deck dich, aber bitte crossmedial!
Weit weg von der Provinz des nördlichen Ruhrgebietes tut sich etwas für WAZ-Verhältnisse revolutionäres. Die Mediengruppe baut in Brüssel eine europäische WAZ-Union auf. Die EU-Korrespondenten aus sämtlichen WAZ-Zeitungsländern (Deutschland, Österreich, Ungarn, Bulgarien, Kroatien, Rumänien, Serbien, Montenegro und Mazedonien) sollen in einem gemeinsamen Büro zusammengefasst werden und gemeinsam an einem europäischen Newsdesk arbeiten.
Schon im Herbst wurde WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz geradezu euphorisch, wenn er über das Projekt sprach. Nur die Besten aus jedem Land sollen aus dem Herzen Europas berichten. Er könne sich sogar vorstellen, in der WAZ den Bericht eines NRZ-Kollegen zu veröffentlichen. Das kommt, wenn man die scharfe hausinterne Abtrennung zwischen beiden Blättern kennt (Es gibt sogar NRZ-Kollegen, die nie einen WAZ’ler grüßen würden, ehrlich!), einer Revolution gleich.
Zwölf Redakteure soll das Brüsseler Büro an einem Nachrichten-Tisch vereinen, sogar auf die interne Amtssprache Englisch soll man sich schon geeinigt haben (dann heißt es wohl korrekt Newsdesk).
Wie man hört, soll Kooperation ganz groß geschrieben werden, es sollen in der Nachrichten-Küche sogar gemeinsam Artikel, pardon Storys, entwickelt werden. (Wenn das in Brüssel klappen sollte: Glückwunsch! – Im Lokalen gelingt das nur in den seltensten Fällen).
Wenn das gemeinsame Büro höchstwahrscheinlich am 15. Februar bezogen wird, soll es auch gleich zweigleisig arbeiten: Print und Online sollen gleichzeitig bedient werden. Ob es noch weitere „crossmediale“ Ergänzugen gibt, das drang bisher noch nicht in die Niederungen der Ruhrgebiets-Redaktionen vor.
(Nachrichten-)Tischlein deck dich, aber bitte crossmedial!
Weit weg von der Provinz des nördlichen Ruhrgebietes tut sich etwas für WAZ-Verhältnisse revolutionäres. Die Mediengruppe baut in Brüssel eine europäische WAZ-Union auf. Die EU-Korrespondenten aus sämtlichen WAZ-Zeitungsländern (Deutschland, Österreich, Ungarn, Bulgarien, Kroatien, Rumänien, Serbien, Montenegro und Mazedonien) sollen in einem gemeinsamen Büro zusammengefasst werden und gemeinsam an einem europäischen Newsdesk arbeiten.
Schon im Herbst wurde WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz geradezu euphorisch, wenn er über das Projekt sprach. Nur die Besten aus jedem Land sollen aus dem Herzen Europas berichten. Er könne sich sogar vorstellen, in der WAZ den Bericht eines NRZ-Kollegen zu veröffentlichen. Das kommt, wenn man die scharfe hausinterne Abtrennung zwischen beiden Blättern kennt (Es gibt sogar NRZ-Kollegen, die nie einen WAZ’ler grüßen würden, ehrlich!), einer Revolution gleich.
Zwölf Redakteure soll das Brüsseler Büro an einem Nachrichten-Tisch vereinen, sogar auf die interne Amtssprache Englisch soll man sich schon geeinigt haben (dann heißt es wohl korrekt Newsdesk).
Wie man hört, soll Kooperation ganz groß geschrieben werden, es sollen in der Nachrichten-Küche sogar gemeinsam Artikel, pardon Storys, entwickelt werden. (Wenn das in Brüssel klappen sollte: Glückwunsch! – Im Lokalen gelingt das nur in den seltensten Fällen).
Wenn das gemeinsame Büro höchstwahrscheinlich am 15. Februar bezogen wird, soll es auch gleich zweigleisig arbeiten: Print und Online sollen gleichzeitig bedient werden. Ob es noch weitere „crossmediale“ Ergänzugen gibt, das drang bisher noch nicht in die Niederungen der Ruhrgebiets-Redaktionen vor.
Zukunft an der Spree - alles Klar
(Archiv: 15. Januar 2007)
Wer einmal einen (tele)visionären Blick in die Zukunft werfen will, sollte einmal einen Spreeblick wagen. Medienkritik erster Klasse!
Ich bin schon gespannt, wann es die ersten Exklusiv-Interviews mit Natascha Kampusch Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar zu lesen gibt.
Wer einmal einen (tele)visionären Blick in die Zukunft werfen will, sollte einmal einen Spreeblick wagen. Medienkritik erster Klasse!
Ich bin schon gespannt, wann es die ersten Exklusiv-Interviews mit Natascha Kampusch Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar zu lesen gibt.
Modell Recklinghausen
(Archiv: 14. Januar 2007)
Ab Montag (15. Januar) wird im Bereich Ostvest eine ganz andere WAZ in die neue Woche starten. Zumindest die Leser der bisher sechs Lokalteile des Gebietes werden sich an ein völlig verändertes Blatt gewöhnen müssen. Ob das nun, wie vielfach hausintern propagiert wurde, die "Lokalzeitung der Zukunft" sein soll, mögen die Leser selbst entscheiden. (Ich bin gespannt, wie zum Beispiel Jens als Ex-Olfener das Projekt beurteilt.)
Zwar geisterten in den letzten Wochen schon einige Recklinghausen-Nullnummern durch das Haus, auf meinem Schreibtisch ist leider keine gelandet. Kollegen kommentierten die Probeausgaben mit „ganz anständig“ oder „nicht schlecht gemacht“.
Die Motivation, mit einem solchen „zukunftsweisenden Experiment“ auf den Markt zu gehen, sind meiner Meinung nach ganz profaner Art: es waren rein ökonomische Gründe. Man hat im Ostvest als WAZ gegen die etablierten Heimatblätter nie wirklich einen Fuß auf den Boden bekommen.
Chefredakteur Reitz erklärte dazu vor kurzen sinngemäß, dass es ein Fehler gewesen sei, vor rund 20 Jahren dort überhaupt anzutreten. Dieser Fehler müsse jetzt korrigiert werden. Während ich persönlich diesen (wie jeden anderen) Rückzug bedauere, muss ich allerdings positiv anmerken, dass trotz der erheblichen Einsparungen (vorher rd. 60 Redakteure vor Ort, jetzt 25 Redakteure am Newsdesk in Recklinghausen) keine Planstelle gestrichen wurde und kein Kollege arbeitslos geworden ist. Deshalb blieb wohl auch der große Protest des Betriebsrates aus, als die Recklinghäuser Pläne vorgestellt wurden.
Natürlich ist es mit Belastungen verbunden, sein gewohntes redaktionelles Umfeld zu verlieren, aber der Bezug von ALG I ist doch wohl ein einschneidenderes Erlebnis. Sicher gibt es an unserem Haus immer viel zu meckern, aber wenn ich mir ansehe, was für Folgen es bei anderen Verlagen hat, wenn sie sich aus Gebieten zurückgezogen haben, da geht es uns doch Gold. Ich kann mir vorstellen, dass Kollegen den Ruhrnachrichten da andere Gefühle gegen ihren (Ex-)Verlag hegen.
Ab Montag (15. Januar) wird im Bereich Ostvest eine ganz andere WAZ in die neue Woche starten. Zumindest die Leser der bisher sechs Lokalteile des Gebietes werden sich an ein völlig verändertes Blatt gewöhnen müssen. Ob das nun, wie vielfach hausintern propagiert wurde, die "Lokalzeitung der Zukunft" sein soll, mögen die Leser selbst entscheiden. (Ich bin gespannt, wie zum Beispiel Jens als Ex-Olfener das Projekt beurteilt.)
Zwar geisterten in den letzten Wochen schon einige Recklinghausen-Nullnummern durch das Haus, auf meinem Schreibtisch ist leider keine gelandet. Kollegen kommentierten die Probeausgaben mit „ganz anständig“ oder „nicht schlecht gemacht“.
Die Motivation, mit einem solchen „zukunftsweisenden Experiment“ auf den Markt zu gehen, sind meiner Meinung nach ganz profaner Art: es waren rein ökonomische Gründe. Man hat im Ostvest als WAZ gegen die etablierten Heimatblätter nie wirklich einen Fuß auf den Boden bekommen.
Chefredakteur Reitz erklärte dazu vor kurzen sinngemäß, dass es ein Fehler gewesen sei, vor rund 20 Jahren dort überhaupt anzutreten. Dieser Fehler müsse jetzt korrigiert werden. Während ich persönlich diesen (wie jeden anderen) Rückzug bedauere, muss ich allerdings positiv anmerken, dass trotz der erheblichen Einsparungen (vorher rd. 60 Redakteure vor Ort, jetzt 25 Redakteure am Newsdesk in Recklinghausen) keine Planstelle gestrichen wurde und kein Kollege arbeitslos geworden ist. Deshalb blieb wohl auch der große Protest des Betriebsrates aus, als die Recklinghäuser Pläne vorgestellt wurden.
Natürlich ist es mit Belastungen verbunden, sein gewohntes redaktionelles Umfeld zu verlieren, aber der Bezug von ALG I ist doch wohl ein einschneidenderes Erlebnis. Sicher gibt es an unserem Haus immer viel zu meckern, aber wenn ich mir ansehe, was für Folgen es bei anderen Verlagen hat, wenn sie sich aus Gebieten zurückgezogen haben, da geht es uns doch Gold. Ich kann mir vorstellen, dass Kollegen den Ruhrnachrichten da andere Gefühle gegen ihren (Ex-)Verlag hegen.
Online first? (Schüsse aus Bayern)
(Archiv: 12. Januar 2007)
Peng, jetzt hat es uns wieder erwischt! Nachdem sich die Aufregung um die bloggende WAZ (Wurst-Kisten-Szenario) nach fast einem halben Jahr fast gelegt hat, pfeifen den Kollegen jetzt wieder Kugeln um die Ohren. Abgeschossen werden sie in der bayerischen Provinz, genauer gesagt im Stadtpalais von Don Alphonso. Echauffierte er sich im Sommer 2006 darüber, wie die Kollegen ihre Blogs befüllten, nimmt er nun daran Anstoß, dass sie es für einige Zeit nicht getan haben. „Blogleichenschau“ nennt der nach der StudiVZ-Krimi-Serie von mir hoch geschätzte Don (ehrlich, nicht geschleimt) die Betrachtung der Essener Lokalblogs (über Freundinnen will ich mich nicht äußern, weder lese, noch habe ich sie).
Sonst durchaus der ziselierten Fabulierens mächtig, bleibt er in diesem Falle seltsam platt. So wird jedes Blog, das nicht mindestens im Wochentakt bedient wird, platt-geschrieben, wenn diese Plattitüde erlaubt ist. Wenn man sich die lokale WAZ-Bloggeria en detail ansieht, kann ich Don nur zum Teil Recht geben. Vielleicht hilft ein etwas hintergründiger Blick, das in Bayern konstatierte Erlahmen zu verstehen.
Motor der Essener Blogs ist der im Juli an der BlogBar abgewatschte Kollege Kassner. Er organisiert die Blogger, versucht die ausgewiesenen Blog-Azubis zu motivieren, überwacht die besonders bei der „Museumsleiterin“ oft heiklen Kommentare, produziert im Print die regelmäßige lokale Online-Seite und, da war doch noch etwas, ...arbeitet als ganz normaler Lokalredakteur.
Noch hat sich bei den Führungskräften der Lokalredaktion kein rechtes Online-Bewußtsein entwickelt, so dass Kollege Bernd die ganzen digitalen Dinge des Lebens quasi „nebenher“ erledigen muss. Da bleibt nicht mehr allzu viel Zeit für das eigene Blog. Auch Redakteure sind ganz normale Tarifangestellte und es steht ihnen ein entsprechender Urlaub zu. Den trat Kollege Kassner in der ersten Dezemberhälfte an, um kurz nach Urlaubsende krank zu werden (was er bis heute noch ist). Ok, den geneigten Online-Leser interessiert das nicht, warum es weiße Flecken im Blog gibt, es musste aber hier mal gesagt werden.
Soll ich weitermachen? Gut! Peter Marnitz ist derjenige, der den Online-Beauftragten Kassner im Falle des Falles vertritt. Was das bedeutet: s.o. Auch er macht das so „nebenher“ und produziert „hauptberuflich“ eine eigene Stadtteil-Ausgabe der WAZ. Klar, auch das interessiert den Leser nicht, er sieht nur die Löcher... aber auch das musste hier einmal gesagt werden.
Kommen wir zum dritten bloggenden Redakteur: Wulf Mämpel. So ganz unter uns: Die Lücke, die er in der Blogosphäre hinterlassen hat, ersetzt ihn vollkommen. Nur Chat Atkins vermisste bisher den Blogger des Jahres. (Danke noch einmal für Deine orgelnde Lupus-Beschreibung, wir haben Tränen gelacht!)
Nun, wen zählt Don Alphonso noch zur Lokal-Crew? Ursula Hickmann ist eine nette Dame mit viel Freizeit und viel Engagement. Sie hat schon viele Zeilen in der Printausgabe gefüllt – als Leserbrief-Stammschreiberin. Zugegeben, das kann man aus dem fernen Bayern nicht so genau sehen ... aber auch das musste mal gesagt werden.
Und damit mich der Robert nicht wieder beim Lamentieren erwischt, höre ich auch schon mit dem Entschuldigen Erklären der WAZ-Essen-Blog-Winterpause auf. Aus seiner Sicht hat der Don schon recht, Blogs brauchen Kontinuität (Danke, dass Du nicht auch noch meine Schaffenspause unter Beschuss genommen hast). Aber auch bin mir sicher, dass ich nicht ganz verkehrt liege.
Es läuft doch wohl darauf hinaus, dass Online endlich auch in den Lokalredaktionen ankommen muss. Es geht einfach nicht, dass alle digitalen Aktivitäten (Foren, Blogs etc) von Freiwilligen so nebenher bedient werden. Der geplante große Auftritt des Lyssa-Projektes darf nicht bei Westeins halt machen. Wenn die Lokalredaktionen ein Fundament des Webauftritts werden sollen, dann bitteschön schafft auch die personellen Möglichkeiten. Die beiden Kollegen hätten sicher gern mehr Zeit, die Lokalredaktion digital zu vertreten. Wenn es beim Blog- oder Forenlesen dann heißt „Du hast ja nichts zu tun, du surfst doch nur rum, schreib leiber noch mal schnell die Meldungsspalte voll...“, dann merkt man noch immer, dass „online“ noch lange nicht in der Lokalredaktion angekommen ist.
Ich glaube meinem Chefredakteur, dass er es mit dem „online first“ ernst meint. Aber er sollte das den Fürsten im Lokal-Bereich auch einmal ganz deutlich klarmachen. Sonst funktioniert das nicht mit der lokalen Basis bei Westeins. Oft verwechseln die lokalen Redaktionsleiter online noch mit „langer Leitung“, die sie in diesem Bereich selber haben.
Peng, jetzt hat es uns wieder erwischt! Nachdem sich die Aufregung um die bloggende WAZ (Wurst-Kisten-Szenario) nach fast einem halben Jahr fast gelegt hat, pfeifen den Kollegen jetzt wieder Kugeln um die Ohren. Abgeschossen werden sie in der bayerischen Provinz, genauer gesagt im Stadtpalais von Don Alphonso. Echauffierte er sich im Sommer 2006 darüber, wie die Kollegen ihre Blogs befüllten, nimmt er nun daran Anstoß, dass sie es für einige Zeit nicht getan haben. „Blogleichenschau“ nennt der nach der StudiVZ-Krimi-Serie von mir hoch geschätzte Don (ehrlich, nicht geschleimt) die Betrachtung der Essener Lokalblogs (über Freundinnen will ich mich nicht äußern, weder lese, noch habe ich sie).
Sonst durchaus der ziselierten Fabulierens mächtig, bleibt er in diesem Falle seltsam platt. So wird jedes Blog, das nicht mindestens im Wochentakt bedient wird, platt-geschrieben, wenn diese Plattitüde erlaubt ist. Wenn man sich die lokale WAZ-Bloggeria en detail ansieht, kann ich Don nur zum Teil Recht geben. Vielleicht hilft ein etwas hintergründiger Blick, das in Bayern konstatierte Erlahmen zu verstehen.
Motor der Essener Blogs ist der im Juli an der BlogBar abgewatschte Kollege Kassner. Er organisiert die Blogger, versucht die ausgewiesenen Blog-Azubis zu motivieren, überwacht die besonders bei der „Museumsleiterin“ oft heiklen Kommentare, produziert im Print die regelmäßige lokale Online-Seite und, da war doch noch etwas, ...arbeitet als ganz normaler Lokalredakteur.
Noch hat sich bei den Führungskräften der Lokalredaktion kein rechtes Online-Bewußtsein entwickelt, so dass Kollege Bernd die ganzen digitalen Dinge des Lebens quasi „nebenher“ erledigen muss. Da bleibt nicht mehr allzu viel Zeit für das eigene Blog. Auch Redakteure sind ganz normale Tarifangestellte und es steht ihnen ein entsprechender Urlaub zu. Den trat Kollege Kassner in der ersten Dezemberhälfte an, um kurz nach Urlaubsende krank zu werden (was er bis heute noch ist). Ok, den geneigten Online-Leser interessiert das nicht, warum es weiße Flecken im Blog gibt, es musste aber hier mal gesagt werden.
Soll ich weitermachen? Gut! Peter Marnitz ist derjenige, der den Online-Beauftragten Kassner im Falle des Falles vertritt. Was das bedeutet: s.o. Auch er macht das so „nebenher“ und produziert „hauptberuflich“ eine eigene Stadtteil-Ausgabe der WAZ. Klar, auch das interessiert den Leser nicht, er sieht nur die Löcher... aber auch das musste hier einmal gesagt werden.
Kommen wir zum dritten bloggenden Redakteur: Wulf Mämpel. So ganz unter uns: Die Lücke, die er in der Blogosphäre hinterlassen hat, ersetzt ihn vollkommen. Nur Chat Atkins vermisste bisher den Blogger des Jahres. (Danke noch einmal für Deine orgelnde Lupus-Beschreibung, wir haben Tränen gelacht!)
Nun, wen zählt Don Alphonso noch zur Lokal-Crew? Ursula Hickmann ist eine nette Dame mit viel Freizeit und viel Engagement. Sie hat schon viele Zeilen in der Printausgabe gefüllt – als Leserbrief-Stammschreiberin. Zugegeben, das kann man aus dem fernen Bayern nicht so genau sehen ... aber auch das musste mal gesagt werden.
Und damit mich der Robert nicht wieder beim Lamentieren erwischt, höre ich auch schon mit dem Entschuldigen Erklären der WAZ-Essen-Blog-Winterpause auf. Aus seiner Sicht hat der Don schon recht, Blogs brauchen Kontinuität (Danke, dass Du nicht auch noch meine Schaffenspause unter Beschuss genommen hast). Aber auch bin mir sicher, dass ich nicht ganz verkehrt liege.
Es läuft doch wohl darauf hinaus, dass Online endlich auch in den Lokalredaktionen ankommen muss. Es geht einfach nicht, dass alle digitalen Aktivitäten (Foren, Blogs etc) von Freiwilligen so nebenher bedient werden. Der geplante große Auftritt des Lyssa-Projektes darf nicht bei Westeins halt machen. Wenn die Lokalredaktionen ein Fundament des Webauftritts werden sollen, dann bitteschön schafft auch die personellen Möglichkeiten. Die beiden Kollegen hätten sicher gern mehr Zeit, die Lokalredaktion digital zu vertreten. Wenn es beim Blog- oder Forenlesen dann heißt „Du hast ja nichts zu tun, du surfst doch nur rum, schreib leiber noch mal schnell die Meldungsspalte voll...“, dann merkt man noch immer, dass „online“ noch lange nicht in der Lokalredaktion angekommen ist.
Ich glaube meinem Chefredakteur, dass er es mit dem „online first“ ernst meint. Aber er sollte das den Fürsten im Lokal-Bereich auch einmal ganz deutlich klarmachen. Sonst funktioniert das nicht mit der lokalen Basis bei Westeins. Oft verwechseln die lokalen Redaktionsleiter online noch mit „langer Leitung“, die sie in diesem Bereich selber haben.
WESTEINS bloggt (update)
(Archiv: 11. Januar 2007)
Beinahe hätte ich es übersehen: Das erste Westeins-Blog ist da! Keine geringere als „KBorchert“ hat die ersten Beiträge verfasst. Wenn das kein prominent besetzter Start ist!
Aber Ironie off, Stellenanzeigen als Blog anzulegen, wenn Blogger gesucht werden, das hat wenigstens begrenzten Witz. Was leider bisher noch nicht das Licht der WAZ-Welt erblickt hat, ist ein eigenes hausinternes Mitarbeiter-Blog, wie ich es schon gefordert habe, als es das WAZsolls-Blog noch gar nicht gab. Da hat man schon eine kommunikative A-Bloggerin im Hause – und nichts passiert. Wäre doch schön, wenn man an der Sachsenstraße (WAZ-Sitz) eine eigene Blog-Spielwiese bekäme.
Aber, wie ich das Haus kenne, waren es sicher wieder unüberwindliche Hard- und Software-Hürden, die die Idee zum Scheitern brachten. Schade eigentlich. Auch mit dem Wissen, dass man sicher beim internen Bloggen vorsichtiger formulieren würde, ist das eine nicht genutzte Chance der Mitarbeiter-Kommunikation.
Update: Kurz nach Erscheinen einiger Beiträge zum Westeins-Blog, in denen man zum Beispiel das Fehlen der Kommentar-Funktion bemängelte, wurde die Möglichkeit in Essen freigeschaltet. Ist schon komisch, Stellenausschreibungen als Blog und dann dazu Bewerbungen als Kommentare. Ein echter Innovations-Schub!
Beinahe hätte ich es übersehen: Das erste Westeins-Blog ist da! Keine geringere als „KBorchert“ hat die ersten Beiträge verfasst. Wenn das kein prominent besetzter Start ist!
Aber Ironie off, Stellenanzeigen als Blog anzulegen, wenn Blogger gesucht werden, das hat wenigstens begrenzten Witz. Was leider bisher noch nicht das Licht der WAZ-Welt erblickt hat, ist ein eigenes hausinternes Mitarbeiter-Blog, wie ich es schon gefordert habe, als es das WAZsolls-Blog noch gar nicht gab. Da hat man schon eine kommunikative A-Bloggerin im Hause – und nichts passiert. Wäre doch schön, wenn man an der Sachsenstraße (WAZ-Sitz) eine eigene Blog-Spielwiese bekäme.
Aber, wie ich das Haus kenne, waren es sicher wieder unüberwindliche Hard- und Software-Hürden, die die Idee zum Scheitern brachten. Schade eigentlich. Auch mit dem Wissen, dass man sicher beim internen Bloggen vorsichtiger formulieren würde, ist das eine nicht genutzte Chance der Mitarbeiter-Kommunikation.
Update: Kurz nach Erscheinen einiger Beiträge zum Westeins-Blog, in denen man zum Beispiel das Fehlen der Kommentar-Funktion bemängelte, wurde die Möglichkeit in Essen freigeschaltet. Ist schon komisch, Stellenausschreibungen als Blog und dann dazu Bewerbungen als Kommentare. Ein echter Innovations-Schub!
Bitte warten! Tücken der Technik
(Archiv: 10. Januar 2007)
WAZsolls gibt es doch noch!
Nein, meine Identität ist noch nicht aufgedeckt worden, ich arbeite immer noch in der dritten Etage des Zeitungshauses WAZ. Unter mir (natürlich rein räumlich) arbeitet auch weiterhin Katharina Borchert und kämpft mit den Tücken der Technik, um endlich unserem Unternehmen ein Plätzchen in der schönen neuen Web2.0-Welt zu sichern.
Wie man so hört, oder einem "Ondit" zu Folge soll sich der Starttermin für Westeins weiter verzögern. Während die Bewerber um die angeblich über 20 Online-Redakteursstellen endlich ihre ersten Runden auf dem Westeins-Trainingsplatz drehen wollen und sehnsüchtig auf Post aus der Personalabteilung warten, soll es die Technik schwer haben, passende Renn-Schuhe zu finden. Fast täglich muss sich die Content-Managerin, die inzwischen sogar eine Sekretärin hat, auf die Socken machen, um immer wieder neue Löcher zu stopfen. Aus dem Sprint scheint ein Marathon zu werden. Es ist halt nicht so leicht, aus dem Stand ein so komplexes Projekt auf die Piste zu bringen.
Wer hier im Haus als Print-Redakteur einmal Probleme mit seiner Soft- und Hardware hatte, kann nachvollziehen, was da von der Westeins-Mannschaft gestemmt werden muss. Wie spottete doch neulich ein Kollege: „Die WAZ ist eine große Behörde, die nebenbei auch noch eine Zeitung herausgibt“ Seine Geschichte über den Austausch seines Handwerkszeugs, einem Feld-, Wald- und Wiesen-Computers klingt so unwahrscheinlich, dass sie einfach stimmen muss.
Kurz bevor am 22. Dezember in den Urlaub ging, verabschiedete sich auch sein PC mit einem blauen Bildschirm vom Dienst. Das wurde noch kurz vor Feierabend dem User-Help-Desk (so heißt hier tatsächlich die technische Hilfe) gemeldet und ab ging es in den Urlaub.
Zwei Wochen später saß der Kollege wieder gut erholt an seinem Arbeitsplatz – und blickte auf den blauen Bildschirm! Alle Faxe, Mails und Anrufe der Kollegen während seiner Abwesenheit hatten nichts bewirkt, kein Techniker hatte sich mit heilenden Händen dem kranken PC genähert. Erst ein Anruf bei einem „Hilfs-Tisch“-Vorgesetzten brachte die Sache ins Rollen, der „Vorgang“ wurde herausgesucht und die für den Service zuständige Fremdfirma informiert. Knapp sechs Stunden später stand ein freundlich lächelnder Techniker in der Redaktion, schloss das neue Gebraucht-Gerät an – und raufte sich die Haare: Auch der Austausch-PC war defekt.
„Ich könnte Ihnen jetzt sofort einen neuen Rechner anschließen, aber das geht leider nicht, da die WAZ-Buchhaltung nicht mehr besetzt ist. Die müssen das neue Teil nämlich ausbuchen, sonst bekomme ich das nicht aus dem Lager“, bedauerte der PC-Experte: „Morgen ist ja auch noch ein Tag!“ Der Tag kam, und mit ihm gegen zehn Uhr ein leicht verschrammter Austausch-Rechner.
Doch mit Windows allein lässt sich keine Zeitung machen – jetzt musste „nur“ noch die Software per Fernwartung aufgespielt werden. Das klappte für WAZ-Verhältnisse blitzschnell – schon fünf Stunden später konnte es ans Werk gehen. In der Zwischenzeit hatte sich der Kollege mit seinem privaten Laptop beholfen. Sein trockener Kommentar dazu: „Gut, dass ich nicht in einem WAZ-Stahlwerk arbeite. Da hätte ich dann meinen eigenen Hochofen mitbringen müssen!“ Da kann man nur hoffen, dass die Westeins-Kollegen ihre Probleme schneller gelöst bekommen.
WAZsolls gibt es doch noch!
Nein, meine Identität ist noch nicht aufgedeckt worden, ich arbeite immer noch in der dritten Etage des Zeitungshauses WAZ. Unter mir (natürlich rein räumlich) arbeitet auch weiterhin Katharina Borchert und kämpft mit den Tücken der Technik, um endlich unserem Unternehmen ein Plätzchen in der schönen neuen Web2.0-Welt zu sichern.
Wie man so hört, oder einem "Ondit" zu Folge soll sich der Starttermin für Westeins weiter verzögern. Während die Bewerber um die angeblich über 20 Online-Redakteursstellen endlich ihre ersten Runden auf dem Westeins-Trainingsplatz drehen wollen und sehnsüchtig auf Post aus der Personalabteilung warten, soll es die Technik schwer haben, passende Renn-Schuhe zu finden. Fast täglich muss sich die Content-Managerin, die inzwischen sogar eine Sekretärin hat, auf die Socken machen, um immer wieder neue Löcher zu stopfen. Aus dem Sprint scheint ein Marathon zu werden. Es ist halt nicht so leicht, aus dem Stand ein so komplexes Projekt auf die Piste zu bringen.
Wer hier im Haus als Print-Redakteur einmal Probleme mit seiner Soft- und Hardware hatte, kann nachvollziehen, was da von der Westeins-Mannschaft gestemmt werden muss. Wie spottete doch neulich ein Kollege: „Die WAZ ist eine große Behörde, die nebenbei auch noch eine Zeitung herausgibt“ Seine Geschichte über den Austausch seines Handwerkszeugs, einem Feld-, Wald- und Wiesen-Computers klingt so unwahrscheinlich, dass sie einfach stimmen muss.
Kurz bevor am 22. Dezember in den Urlaub ging, verabschiedete sich auch sein PC mit einem blauen Bildschirm vom Dienst. Das wurde noch kurz vor Feierabend dem User-Help-Desk (so heißt hier tatsächlich die technische Hilfe) gemeldet und ab ging es in den Urlaub.
Zwei Wochen später saß der Kollege wieder gut erholt an seinem Arbeitsplatz – und blickte auf den blauen Bildschirm! Alle Faxe, Mails und Anrufe der Kollegen während seiner Abwesenheit hatten nichts bewirkt, kein Techniker hatte sich mit heilenden Händen dem kranken PC genähert. Erst ein Anruf bei einem „Hilfs-Tisch“-Vorgesetzten brachte die Sache ins Rollen, der „Vorgang“ wurde herausgesucht und die für den Service zuständige Fremdfirma informiert. Knapp sechs Stunden später stand ein freundlich lächelnder Techniker in der Redaktion, schloss das neue Gebraucht-Gerät an – und raufte sich die Haare: Auch der Austausch-PC war defekt.
„Ich könnte Ihnen jetzt sofort einen neuen Rechner anschließen, aber das geht leider nicht, da die WAZ-Buchhaltung nicht mehr besetzt ist. Die müssen das neue Teil nämlich ausbuchen, sonst bekomme ich das nicht aus dem Lager“, bedauerte der PC-Experte: „Morgen ist ja auch noch ein Tag!“ Der Tag kam, und mit ihm gegen zehn Uhr ein leicht verschrammter Austausch-Rechner.
Doch mit Windows allein lässt sich keine Zeitung machen – jetzt musste „nur“ noch die Software per Fernwartung aufgespielt werden. Das klappte für WAZ-Verhältnisse blitzschnell – schon fünf Stunden später konnte es ans Werk gehen. In der Zwischenzeit hatte sich der Kollege mit seinem privaten Laptop beholfen. Sein trockener Kommentar dazu: „Gut, dass ich nicht in einem WAZ-Stahlwerk arbeite. Da hätte ich dann meinen eigenen Hochofen mitbringen müssen!“ Da kann man nur hoffen, dass die Westeins-Kollegen ihre Probleme schneller gelöst bekommen.
Gruscheln II, oder es kann nur besser werden.
(Archiv: 25. November 2006)
Das ist ja wirklich ganz großes Kino, was da an der Blogbar zur Zeit in Sachen StudiVZ abgeht. Keine dezente Barmusik, eher dröhnende Paukenschläge.
In diesem Zusammenhang möchte ich höflich darauf hinweisen, dass zumindest ein bloggender WAZ-Redakteur inzwischen mitgekriegt hat, dass die StudiVZ-Lobhudelei in der Printausgabe nicht so ganz die Realität der studentisch platten Form widergegeben hat. Warum dieser Beitrag allerdings nur in den "Essener Stadtansichten" versteckt wird, kann ich mir nur mit der dezentralen Blogbefüllung erklären.
Warum allerdings die Online-Redaktion, deren Chefin in dieser Szene einen guten Ruf genießt, offensichtlich kein Ohr im Bloggersdorf hat, ist mir schleierhaft. Ich meine, man kann an diesem Fall nicht so einfach vorbeigehen und nur DPA auf der WAZ-Eingangsseite präsentieren.
Da kann man nur hoffen, dass sich etwas tut, wenn der neue Online-Auftritt der WAZ das Licht der Welt erblickt. Wie man hört, wird jetzt nicht mehr konkret der 1. März als Starttermin genannt, jetzt ist nur noch vom Frühjahr die Rede. Während sich auf der Baustelle für den Online-Newsdesk im Erdgeschoss des Verlagshauses II an der Friedrichstraße noch nichts Sichtbares tut, ist die interne Ausschreibung für die zukünftige Newsdesk-Besatzung jetzt abgelaufen.
Schöne neue Welt: als eine der ersten Ausschreibungen im Hause wurde die Stellenbeschreibung auch im WAZ-Intranet veröffentlicht - und man konnte sich sogar online bewerben. Über die Resonanz auf die angebotenen Stellen für Online-Redakteure/innen ist noch nichts bekannt.
Das ist ja wirklich ganz großes Kino, was da an der Blogbar zur Zeit in Sachen StudiVZ abgeht. Keine dezente Barmusik, eher dröhnende Paukenschläge.
In diesem Zusammenhang möchte ich höflich darauf hinweisen, dass zumindest ein bloggender WAZ-Redakteur inzwischen mitgekriegt hat, dass die StudiVZ-Lobhudelei in der Printausgabe nicht so ganz die Realität der studentisch platten Form widergegeben hat. Warum dieser Beitrag allerdings nur in den "Essener Stadtansichten" versteckt wird, kann ich mir nur mit der dezentralen Blogbefüllung erklären.
Warum allerdings die Online-Redaktion, deren Chefin in dieser Szene einen guten Ruf genießt, offensichtlich kein Ohr im Bloggersdorf hat, ist mir schleierhaft. Ich meine, man kann an diesem Fall nicht so einfach vorbeigehen und nur DPA auf der WAZ-Eingangsseite präsentieren.
Da kann man nur hoffen, dass sich etwas tut, wenn der neue Online-Auftritt der WAZ das Licht der Welt erblickt. Wie man hört, wird jetzt nicht mehr konkret der 1. März als Starttermin genannt, jetzt ist nur noch vom Frühjahr die Rede. Während sich auf der Baustelle für den Online-Newsdesk im Erdgeschoss des Verlagshauses II an der Friedrichstraße noch nichts Sichtbares tut, ist die interne Ausschreibung für die zukünftige Newsdesk-Besatzung jetzt abgelaufen.
Schöne neue Welt: als eine der ersten Ausschreibungen im Hause wurde die Stellenbeschreibung auch im WAZ-Intranet veröffentlicht - und man konnte sich sogar online bewerben. Über die Resonanz auf die angebotenen Stellen für Online-Redakteure/innen ist noch nichts bekannt.
Gruseln statt Gruscheln
(Archiv 20. November 2006)
Zack, das hat gesessen. Da habe ich es als WAZler gewagt, einen Kommentar zur StudiVZ-Debatte abzugeben - und schon kam es knüppeldick. Ich solle mich mal schön zurückhalten, schließlich habe in der WAZ ein grottenschlechter und komplett unkritischer Artikel über die Datensammelstelle von Esshan Dariani gestanden.
Das stimmt, die Geschichte war aber auch so etwas von liebedienerisch, sie hätte auch aus einer edelmannschen Feder stammen können. Und das als hier und hier und anderswo die StudiVZ-Fassade eingerissen wurde. Nur, liebe Scharfschützen, mich hat das WAZ-Werk auch als Leser erwischt, ich kenne noch nicht einmal die Autorin persönlich. Ich bitte also, mich aus der WAZ-Kollektivhaft zu entlassen.
Es ist wirklich zum Gruseln (nicht Gruscheln)
Zack, das hat gesessen. Da habe ich es als WAZler gewagt, einen Kommentar zur StudiVZ-Debatte abzugeben - und schon kam es knüppeldick. Ich solle mich mal schön zurückhalten, schließlich habe in der WAZ ein grottenschlechter und komplett unkritischer Artikel über die Datensammelstelle von Esshan Dariani gestanden.
Das stimmt, die Geschichte war aber auch so etwas von liebedienerisch, sie hätte auch aus einer edelmannschen Feder stammen können. Und das als hier und hier und anderswo die StudiVZ-Fassade eingerissen wurde. Nur, liebe Scharfschützen, mich hat das WAZ-Werk auch als Leser erwischt, ich kenne noch nicht einmal die Autorin persönlich. Ich bitte also, mich aus der WAZ-Kollektivhaft zu entlassen.
Es ist wirklich zum Gruseln (nicht Gruscheln)
Fürchtet sich wirklich jemand vor Onruhr?
(Archiv: 20. November 2006)
Mit einem Paukenschlag sollte sie beginnen die Online-Zeitungszukunft im Ruhrgebiet. Aktuell, gründlich recherchiert und ausführlich, so kündigte sich Onruhr nicht nur in Newslettern an. Auch im Interview mit Jens im Pottblog versprach Onruhr-Chef Uwe Knüpfer viel – zu viel, wie ich (bis jetzt) meine. Einmal abgesehen vom Format und seinen noch nicht bewältigten Tücken wurde für die Inhalte der PDF-Zeitung eine große Erwartungshaltung geweckt.
Aus eigener Betroffenheit als WAZ-Lokalredakteur war ich natürlich besonders gespannt auf die Onruhr-Lokalteile. Nun ja, den Plural kann ich erst einmal zurückziehen, denn auf dem Markt sind bisher nur Essener Seiten.
Wenn das Onruhr-Archiv wirklich alles gespeichert hat, fand die Premiere für den Essener Lokalteil erst am Samstag mit einem Aufmacher statt, der alles andere als aktuell war. Unter der Headline „Essen ist unser“ mit Teilerfolg wird über den Zwischenstand einer Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren berichtet. Über einen ähnlichen Wissenstand verfügen die Leser der Essener WAZ-Lokalausgabe bereits seit dem 17. Oktober.
Eigentlich konkurrenzlos ist die Onruhr-Sonntagsausgabe am einzig WAZ-freien Wochentag. Und mit welcher heißen Neuigkeit will Onruhr für Gesprächsstoff in der Ruhrmetropole sorgen? Nun ja, das Bild eines Gasherdes mag ja vielleicht erwärmen, die dazu gehörende Story ist alles andere als heiß, sie ist lediglich aufgewärmt. Über den zornigen Stadtwerke-Kunden, der Mitstreiter für eine Klage gegen den Gaslieferanten sucht, wurde in der WAZ-Essen bereits am 5. Oktober berichtet, was Uwe Knüpfer bei einem Blick ins WAZ-Online-Archiv mühelos hätte recherchieren können. Und ob ein Schmuckbild, das die herbstliche Pracht im Grugapark zeigt, nun wirklich einer Online-Zeitung zur Ehre gereicht?
Auch heute setzt sich die Reihe der neuen „alten“ Nachrichten fort. Der Neubau des Folkwang-Museums ist ein alter Hut, der auch durch den Kommentar eines Lokalredakteurs, dessen Namen ich nicht im Impressum finde, nicht modischer wird. Zeitnäher ist da schon die Montags-Meldung vom Neubau des Protonen-Zentrums im Klinikum, über dessen ersten Spatenstich die WAZ-Leser am Samstag informiert wurden.
Es sei der Essener Onruhr-Lokalredaktion zugestanden, dass sie sicher noch mit Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen hat und vielleicht das Team vielleicht noch nicht komplett ist. Aber die vor Wochen gestellte Frage „Wer fürchtet sich vor Onruhr?“ kann ich aus Essener sicht bisher eindeutig beantworten: Niemand!
Bis heute ist selbst das unrenovierte WAZ-Online-Angebot auf Essener Ebene um Stunden (oder sogar Tage und Wochen) aktueller als der Newcomer.
Mit einem Paukenschlag sollte sie beginnen die Online-Zeitungszukunft im Ruhrgebiet. Aktuell, gründlich recherchiert und ausführlich, so kündigte sich Onruhr nicht nur in Newslettern an. Auch im Interview mit Jens im Pottblog versprach Onruhr-Chef Uwe Knüpfer viel – zu viel, wie ich (bis jetzt) meine. Einmal abgesehen vom Format und seinen noch nicht bewältigten Tücken wurde für die Inhalte der PDF-Zeitung eine große Erwartungshaltung geweckt.
Aus eigener Betroffenheit als WAZ-Lokalredakteur war ich natürlich besonders gespannt auf die Onruhr-Lokalteile. Nun ja, den Plural kann ich erst einmal zurückziehen, denn auf dem Markt sind bisher nur Essener Seiten.
Wenn das Onruhr-Archiv wirklich alles gespeichert hat, fand die Premiere für den Essener Lokalteil erst am Samstag mit einem Aufmacher statt, der alles andere als aktuell war. Unter der Headline „Essen ist unser“ mit Teilerfolg wird über den Zwischenstand einer Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren berichtet. Über einen ähnlichen Wissenstand verfügen die Leser der Essener WAZ-Lokalausgabe bereits seit dem 17. Oktober.
Eigentlich konkurrenzlos ist die Onruhr-Sonntagsausgabe am einzig WAZ-freien Wochentag. Und mit welcher heißen Neuigkeit will Onruhr für Gesprächsstoff in der Ruhrmetropole sorgen? Nun ja, das Bild eines Gasherdes mag ja vielleicht erwärmen, die dazu gehörende Story ist alles andere als heiß, sie ist lediglich aufgewärmt. Über den zornigen Stadtwerke-Kunden, der Mitstreiter für eine Klage gegen den Gaslieferanten sucht, wurde in der WAZ-Essen bereits am 5. Oktober berichtet, was Uwe Knüpfer bei einem Blick ins WAZ-Online-Archiv mühelos hätte recherchieren können. Und ob ein Schmuckbild, das die herbstliche Pracht im Grugapark zeigt, nun wirklich einer Online-Zeitung zur Ehre gereicht?
Auch heute setzt sich die Reihe der neuen „alten“ Nachrichten fort. Der Neubau des Folkwang-Museums ist ein alter Hut, der auch durch den Kommentar eines Lokalredakteurs, dessen Namen ich nicht im Impressum finde, nicht modischer wird. Zeitnäher ist da schon die Montags-Meldung vom Neubau des Protonen-Zentrums im Klinikum, über dessen ersten Spatenstich die WAZ-Leser am Samstag informiert wurden.
Es sei der Essener Onruhr-Lokalredaktion zugestanden, dass sie sicher noch mit Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen hat und vielleicht das Team vielleicht noch nicht komplett ist. Aber die vor Wochen gestellte Frage „Wer fürchtet sich vor Onruhr?“ kann ich aus Essener sicht bisher eindeutig beantworten: Niemand!
Bis heute ist selbst das unrenovierte WAZ-Online-Angebot auf Essener Ebene um Stunden (oder sogar Tage und Wochen) aktueller als der Newcomer.
Franchise-Redaktion
(Archiv 14. November 2006)
Jens vom Pottblog hat gerade den zweiten Teil des Interviews mit dem ehemaligen WAZ-Chefredakteur und heutigen Onruhr-Chef Uwe Knüpfer ins Netz gestellt. Sehr lesenswert! Was mich beunruhigt ist eine Antwort zum Thema Redaktions-Gründung:
Uwe Knüpfer: "Wir entwickeln eine Art Franchise-Modell, das es einzelnen Journalisten - oder auch Teams, die sich zusammenfinden und ein Gesellschaft gründen - möglich macht, in ihrer Stadt ohne großen Kapitalaufwand aus dem Stand eine anspruchsvolle Lokalzeitung zu machen. Eigenverantwortlich, aber auf der Grundlage von OnRuhr festgelegter Grundsätze und Regeln."
Aus meinem täglichen Umfeld weiß ich, wie schwer es Freie haben, von den Früchten ihrer Arbeit zu überleben, von Leben kann nur in den seltensten Fällen die Rede sein. Wie sollen es dann freie Journalisten schaffen, Gesellschaften zu gründen und in das Knüpfersche Franchise-Modell einzusteigen. Da funktioniert meiner Meinung nach nur unter zwei Bedingungen.
Die erste Möglichkeit: Die Journalisten betreiben das als Hobby und sind nicht gezwungen von ihrer Arbeit auch leben zu müssen. Das halte ich für eher unwahrscheinlich, denn selbst Uwe Knüpfer kann sich auf die Dauer keine kreative Pause leisten, aber er hat ja, wie man hört, starke Partner im Hintergrund. (Es gibt zu denken, dass er schon im August dem RAG-Mitarbeiter-Magazin "Folio" [Seite 10] ein Interview gegeben hat.)
Damit wäre man bei der zweiten Möglichkeit. Die Franchise-Journalisten suchen sich im örtlichen Handwerk, Handel oder der Industrie starke Partner, die ihre Arbeit unterstützen und das mittelfristige Überleben der Redaktion sichern. Wie unabhängig dann die Berichterstattung ist, braucht man nicht mehr zu diskutieren. Der "Sponsor" dürfte vor kritischer Berichterstattung geschützt sein, von schleichender Werbung will ich gar nicht reden.
In diesem Zusammenhang wäre die Frage interessant gewesen, wer die Anschub-Finanzierung für Onruhr unterstützt hat.
Jens vom Pottblog hat gerade den zweiten Teil des Interviews mit dem ehemaligen WAZ-Chefredakteur und heutigen Onruhr-Chef Uwe Knüpfer ins Netz gestellt. Sehr lesenswert! Was mich beunruhigt ist eine Antwort zum Thema Redaktions-Gründung:
Uwe Knüpfer: "Wir entwickeln eine Art Franchise-Modell, das es einzelnen Journalisten - oder auch Teams, die sich zusammenfinden und ein Gesellschaft gründen - möglich macht, in ihrer Stadt ohne großen Kapitalaufwand aus dem Stand eine anspruchsvolle Lokalzeitung zu machen. Eigenverantwortlich, aber auf der Grundlage von OnRuhr festgelegter Grundsätze und Regeln."
Aus meinem täglichen Umfeld weiß ich, wie schwer es Freie haben, von den Früchten ihrer Arbeit zu überleben, von Leben kann nur in den seltensten Fällen die Rede sein. Wie sollen es dann freie Journalisten schaffen, Gesellschaften zu gründen und in das Knüpfersche Franchise-Modell einzusteigen. Da funktioniert meiner Meinung nach nur unter zwei Bedingungen.
Die erste Möglichkeit: Die Journalisten betreiben das als Hobby und sind nicht gezwungen von ihrer Arbeit auch leben zu müssen. Das halte ich für eher unwahrscheinlich, denn selbst Uwe Knüpfer kann sich auf die Dauer keine kreative Pause leisten, aber er hat ja, wie man hört, starke Partner im Hintergrund. (Es gibt zu denken, dass er schon im August dem RAG-Mitarbeiter-Magazin "Folio" [Seite 10] ein Interview gegeben hat.)
Damit wäre man bei der zweiten Möglichkeit. Die Franchise-Journalisten suchen sich im örtlichen Handwerk, Handel oder der Industrie starke Partner, die ihre Arbeit unterstützen und das mittelfristige Überleben der Redaktion sichern. Wie unabhängig dann die Berichterstattung ist, braucht man nicht mehr zu diskutieren. Der "Sponsor" dürfte vor kritischer Berichterstattung geschützt sein, von schleichender Werbung will ich gar nicht reden.
In diesem Zusammenhang wäre die Frage interessant gewesen, wer die Anschub-Finanzierung für Onruhr unterstützt hat.
Klassisch - ohne Moderne
(Archiv: 13. November 2006)
Ach Uwe, bist Du jetzt schon bei den digitalen Drücker-Kolonnen für "Onruhr"?
...Seit heute läuft unsere Aktion „Leser werben und gewinnen“. Sie funktioniert so: Sie als onruhr-Leser der ersten Stunden machen möglichst viele Freunde, Bekannte, Kollegen, Verwandte auf onruhr aufmerksam und bitten sie, sich auf onruhr.de als Leser zu registrieren. Dabei geben die neu Geworbenen im Feld „Wie sind Sie auf onruhr aufmerksam geworden?“ Ihren Namen oder Ihre e-mail-Adresse an. Am Ende jeder Woche - erstmals am 17. November 2006 - schenken wir dem erfolgreichsten Werber der Woche zwei Eintrittskarten für den Mondpalast in Wanne-Eickel. (Wer den Mondpalast nicht kennt: es ist DAS Volkstheater des Reviers.) Unter den neu geworbenen Lesern verlosen wir zwei weitere Karten. Und noch mal zwei Karten verlosen wir jede Woche unter allen bis dato registrierten Lesern. ...Bleiben Sie onruhr! Einstweilen und bis bald
Mit herzlichen Grüßen
Uwe Knüpfer
Dieser "persönliche Brief" landete vor einigen Tagen in meiner Mailbox und soll für die pdf-Online-Zeitung Onruhr werben, die noch vor dem WAZ-Online-Relaunch an den Start geht.
Wie man schon jetzt sieht, wird alles ganz "klassisch" und es fehlt die Moderne. Deshalb wird dieser Stil offensichtlich auch bei der Abo-Werbung beibehalten, statt Kaffee-Maschinen gibt es allerdings Theaterkarten aus Herne, der Heimat des Onruhr-Chefredakteurs Uwe Knüpfer, der sich Jens vom Pottblog zum ausführlichen Interview gestellt hat.
Dabei hat mein ehemaliger Chef großzügig den Mantel des Vergessens über seinen Abgang bei der WAZ gebreitet. Man erzählt sich, dass man ihm zum Beispiel die Leitung des neuen internationalen Korrespondenten-Büros der gesamten WAZ-Gruppe (incl. Südost-Europa) in Brüssel angeboten habe. Dort hätte er nach seiner Nichtverlängerung des Chefradakteurs-Vertrages ohne Gesichtsverlust einen Neuanfang machen können. Knüpfer soll dieses Angebot vehement abgelehnt haben. Wie gesagt, so erzählt man es sich auf den WAZ-Fluren (Für die Richtigkeit also keine Gewähr).
Viele Freunde hat Knüpfer noch bei den alten Männern politischen "Entscheidungsträgern" des RVR. Als er kürzlich dort sein Onruhr-Konzept vorstellte, klopfte man ihm kräftig auf die Schultern und versicherte Unterstützung.
Ich bin sehr gespannt auf den zweiten Teil des Knüpfer-Interviews beim Pottblog.
Ach Uwe, bist Du jetzt schon bei den digitalen Drücker-Kolonnen für "Onruhr"?
...Seit heute läuft unsere Aktion „Leser werben und gewinnen“. Sie funktioniert so: Sie als onruhr-Leser der ersten Stunden machen möglichst viele Freunde, Bekannte, Kollegen, Verwandte auf onruhr aufmerksam und bitten sie, sich auf onruhr.de als Leser zu registrieren. Dabei geben die neu Geworbenen im Feld „Wie sind Sie auf onruhr aufmerksam geworden?“ Ihren Namen oder Ihre e-mail-Adresse an. Am Ende jeder Woche - erstmals am 17. November 2006 - schenken wir dem erfolgreichsten Werber der Woche zwei Eintrittskarten für den Mondpalast in Wanne-Eickel. (Wer den Mondpalast nicht kennt: es ist DAS Volkstheater des Reviers.) Unter den neu geworbenen Lesern verlosen wir zwei weitere Karten. Und noch mal zwei Karten verlosen wir jede Woche unter allen bis dato registrierten Lesern. ...Bleiben Sie onruhr! Einstweilen und bis bald
Mit herzlichen Grüßen
Uwe Knüpfer
Dieser "persönliche Brief" landete vor einigen Tagen in meiner Mailbox und soll für die pdf-Online-Zeitung Onruhr werben, die noch vor dem WAZ-Online-Relaunch an den Start geht.
Wie man schon jetzt sieht, wird alles ganz "klassisch" und es fehlt die Moderne. Deshalb wird dieser Stil offensichtlich auch bei der Abo-Werbung beibehalten, statt Kaffee-Maschinen gibt es allerdings Theaterkarten aus Herne, der Heimat des Onruhr-Chefredakteurs Uwe Knüpfer, der sich Jens vom Pottblog zum ausführlichen Interview gestellt hat.
Dabei hat mein ehemaliger Chef großzügig den Mantel des Vergessens über seinen Abgang bei der WAZ gebreitet. Man erzählt sich, dass man ihm zum Beispiel die Leitung des neuen internationalen Korrespondenten-Büros der gesamten WAZ-Gruppe (incl. Südost-Europa) in Brüssel angeboten habe. Dort hätte er nach seiner Nichtverlängerung des Chefradakteurs-Vertrages ohne Gesichtsverlust einen Neuanfang machen können. Knüpfer soll dieses Angebot vehement abgelehnt haben. Wie gesagt, so erzählt man es sich auf den WAZ-Fluren (Für die Richtigkeit also keine Gewähr).
Viele Freunde hat Knüpfer noch bei den alten Männern politischen "Entscheidungsträgern" des RVR. Als er kürzlich dort sein Onruhr-Konzept vorstellte, klopfte man ihm kräftig auf die Schultern und versicherte Unterstützung.
Ich bin sehr gespannt auf den zweiten Teil des Knüpfer-Interviews beim Pottblog.
Blogger Lupus oder print to net
(Archiv: 11. November 2006)
Er hat es wieder getan, beziehungsweise tun lassen. "Lupus" Wulf M. lässt seine salbungsvollen Wochenend-Kommentare (Print-Erscheinungsdatum WAZ-Essen Samstagsausgabe) jetzt schon freitags in das Blog der Lokalredaktion stellen (Gut unterrichtete Quellen wissen, dass er noch nicht einmal sein Passwort zum Einloggen in das Blog-Redaktionssystem kennt).
Einige seiner "Stammleser" versuchen, den Chefblogger in ihren Kommentaren davon zu überzeugen, dass das Kopieren von Zeitungstexten noch lange kein Bloggen ist. Vergebliche Liebesmüh, Lupus liest die Essener Blogs nicht, noch nicht einmal die Kommentare zu seinen eigenen Beiträgen.
Das ist zwar alles nicht neu, treibt einen aber immer wieder zur Verzweiflung. Vielleicht kann die Online-Chefin dem Lokalchef einmal zwanglos in der Kantine erklären, was ein Blog ist. Lyssa hilf!!
Ich unterstütze den Vorschlag von Chat Atkins in Sachen Blogger des Jahres! Lasst uns den Sargnagel schmieden!
Er hat es wieder getan, beziehungsweise tun lassen. "Lupus" Wulf M. lässt seine salbungsvollen Wochenend-Kommentare (Print-Erscheinungsdatum WAZ-Essen Samstagsausgabe) jetzt schon freitags in das Blog der Lokalredaktion stellen (Gut unterrichtete Quellen wissen, dass er noch nicht einmal sein Passwort zum Einloggen in das Blog-Redaktionssystem kennt).
Einige seiner "Stammleser" versuchen, den Chefblogger in ihren Kommentaren davon zu überzeugen, dass das Kopieren von Zeitungstexten noch lange kein Bloggen ist. Vergebliche Liebesmüh, Lupus liest die Essener Blogs nicht, noch nicht einmal die Kommentare zu seinen eigenen Beiträgen.
Das ist zwar alles nicht neu, treibt einen aber immer wieder zur Verzweiflung. Vielleicht kann die Online-Chefin dem Lokalchef einmal zwanglos in der Kantine erklären, was ein Blog ist. Lyssa hilf!!
Ich unterstütze den Vorschlag von Chat Atkins in Sachen Blogger des Jahres! Lasst uns den Sargnagel schmieden!
Rheinskaja Gazeta
(Archiv: 8. November 2006)
Nun habe ich mich gerade daran gewöhnt, dass Denglish bei uns Einzug gehalten hat, da kann ich mir schon wieder neue Wörterbücher anschaffen. Russisch wird wohl demnächst auf dem Ausbildungsplan der Volontäre stehen, wenn ich einer Meldung in der „Welt“ –Printausgabe glauben schenken soll.
Dort (und nicht in unserem Blatt) wird vermeldet, dass die WAZ-Gruppe zusammen mit dem Berliner Verlag ReLine Medien die Herausgabe einer russischsprachigen Zeitung plant. „Rheinskaja Gazeta“ soll das Blatt heißen, das zunächst in NRW erscheinen soll.
Da werde ich wohl demnächst meine Abende in der Russendisko verbringen, um für alle beruflichen Eventualitäten gerüstet zu sein.
Wenn man die russische Standfestigkeit in Alkoholfragen kennt, kommt natürlich die Frage auf, wie sich die neuen Redaktionen in unserem seit Jahren staubtrockenen Haus einleben sollen. Hier gilt nämlich striktes Alkoholverbot, auch für Wodka.
Nasdarowje!
Nun habe ich mich gerade daran gewöhnt, dass Denglish bei uns Einzug gehalten hat, da kann ich mir schon wieder neue Wörterbücher anschaffen. Russisch wird wohl demnächst auf dem Ausbildungsplan der Volontäre stehen, wenn ich einer Meldung in der „Welt“ –Printausgabe glauben schenken soll.
Dort (und nicht in unserem Blatt) wird vermeldet, dass die WAZ-Gruppe zusammen mit dem Berliner Verlag ReLine Medien die Herausgabe einer russischsprachigen Zeitung plant. „Rheinskaja Gazeta“ soll das Blatt heißen, das zunächst in NRW erscheinen soll.
Da werde ich wohl demnächst meine Abende in der Russendisko verbringen, um für alle beruflichen Eventualitäten gerüstet zu sein.
Wenn man die russische Standfestigkeit in Alkoholfragen kennt, kommt natürlich die Frage auf, wie sich die neuen Redaktionen in unserem seit Jahren staubtrockenen Haus einleben sollen. Hier gilt nämlich striktes Alkoholverbot, auch für Wodka.
Nasdarowje!
Adieu Chefredakteur
(Archiv: 8. November 2006)
Eine neue Zeit gebiert auch neue Wortschöpfungen, damit muss man jetzt auch bei der altehrwürdigen WAZ leben. War die Welt bisher in Chefredakteure, Ressortchefs (natürlich auch Chefinnen), Lokal-Redaktionsleiter(innen) und das arbeitende Volk eingeteilt, ist jetzt im Online-Bereich die Denglish-Moderne eingezogen.
In einer Meldung am schwarzen Brett (bald sicher Info-Board) firmiert Katharina Borchert jetzt als „Generalmanager Content“ bei der WestEins GmbH & Co. KG. Ich bin mal gespannt, wie lange ich noch Lokalredakteur bleibe. Vielleicht schreibt hier ja bald ein „Local News Assistent“ oder „Local Crossmedia Writer“.
Eine neue Zeit gebiert auch neue Wortschöpfungen, damit muss man jetzt auch bei der altehrwürdigen WAZ leben. War die Welt bisher in Chefredakteure, Ressortchefs (natürlich auch Chefinnen), Lokal-Redaktionsleiter(innen) und das arbeitende Volk eingeteilt, ist jetzt im Online-Bereich die Denglish-Moderne eingezogen.
In einer Meldung am schwarzen Brett (bald sicher Info-Board) firmiert Katharina Borchert jetzt als „Generalmanager Content“ bei der WestEins GmbH & Co. KG. Ich bin mal gespannt, wie lange ich noch Lokalredakteur bleibe. Vielleicht schreibt hier ja bald ein „Local News Assistent“ oder „Local Crossmedia Writer“.
WAZ kauft Blocks auf
(Archiv: 6. November 2006)
Erst durch den Spreeblick bin ich darauf gestoßen worden, dass nicht nur führende elektronische Multiplikatoren, sondern auch die WAZ schon seit Jahren mit ihrer Marktmacht einem Trend gefolgt ist, und zwar bevor es ihn überhaupt gab.
So lange ich mich erinnern kann, und das ist schon ganz schön lange (eigentlich noch länger), hat mein Arbeitgeber still und heimlich Blocks gekauft. Ohne dass es selbst gut informierte Markt-Analysten so recht zur Kenntnis nahmen, sicherte sich der Konzern viele tausend Einheiten.
Bis heute ist die Einkaufswelle nicht abgeebbt, es sind, so unbestätigte Quellen aus der Einkaufsabteilung, sogar aktuell Steigerungsraten zu verzeichnen.
Zur Zeit sind es vorwiegend Steno-Blocks mit Spirale (DIN A4, 40 Blatt, Öko-Sortiment), die die Krake (so die Bezeichnung für die WAZ, als sie nicht nur Blocks, sondern auch andere Zeitungen kaufte) in ihr Portfolio integriert.
(Danke Spreeblick für die gute Idee!)
Erst durch den Spreeblick bin ich darauf gestoßen worden, dass nicht nur führende elektronische Multiplikatoren, sondern auch die WAZ schon seit Jahren mit ihrer Marktmacht einem Trend gefolgt ist, und zwar bevor es ihn überhaupt gab.
So lange ich mich erinnern kann, und das ist schon ganz schön lange (eigentlich noch länger), hat mein Arbeitgeber still und heimlich Blocks gekauft. Ohne dass es selbst gut informierte Markt-Analysten so recht zur Kenntnis nahmen, sicherte sich der Konzern viele tausend Einheiten.
Bis heute ist die Einkaufswelle nicht abgeebbt, es sind, so unbestätigte Quellen aus der Einkaufsabteilung, sogar aktuell Steigerungsraten zu verzeichnen.
Zur Zeit sind es vorwiegend Steno-Blocks mit Spirale (DIN A4, 40 Blatt, Öko-Sortiment), die die Krake (so die Bezeichnung für die WAZ, als sie nicht nur Blocks, sondern auch andere Zeitungen kaufte) in ihr Portfolio integriert.
(Danke Spreeblick für die gute Idee!)
Gewinn-Aussichten
(Archiv: 2. November 2006)
Die Idee, jetzt noch (oder schon?) auf den Web2.0-Zug aufzuspringen, wurde bei der WAZ bestimmt nicht ausschließlich aus publizistischen Gründen geboren. Die Aussicht auf gute Geschäfte hat bisher jede wesentliche Entscheidung des Hauses angetrieben.
Dass der ins Visier genommene Online-Werbekuchen zwar wächst, aber noch nicht mit den Wachstumszahlen der Internet-Nutzer mithalten kann, hat Robert Basic herausgearbeitet.
Die Idee, jetzt noch (oder schon?) auf den Web2.0-Zug aufzuspringen, wurde bei der WAZ bestimmt nicht ausschließlich aus publizistischen Gründen geboren. Die Aussicht auf gute Geschäfte hat bisher jede wesentliche Entscheidung des Hauses angetrieben.
Dass der ins Visier genommene Online-Werbekuchen zwar wächst, aber noch nicht mit den Wachstumszahlen der Internet-Nutzer mithalten kann, hat Robert Basic herausgearbeitet.
Crossmediale Einzelfälle
(Archiv: 31. Oktober 2006)
Die Navigation war, wie bei der WAZ üblich, eher unbequem, die Ankündigung eher gut versteckt, Web0.5 eben. Trotz aller Awareness-Bremsen verliefen sich immer noch vier echte Leser (und ein mit seinem Privat-Account mitfragender Redakteur) in den ersten Online-Chat der Lokalredaktion. Das ist eigentlich nichts ungewöhnliches, eher schon old fashioned, zeigt aber wie bemüht einzelne Kollegen sich in die Online-Welt stürzen.
Treibende Kraft in der Essener Lokalredaktion ist dabei der im Netzt als „katholischer Herbergsvater“ bekannt gewordene Bernd Kassner. Er und vielleicht noch sein Kollege Peter Marnitz sind die einzigen unter rund einem Dutzend lokalen Essener Print-Redakteuren, die sich bisher nenneswert im Online-Bereich engagiert haben. Wohlgemerkt, beide zusammen haben den 100. Geburtstag schon hinter sich.
Und der Rest? Zugegeben, die meisten haben sich von der crossmedialen Zukunftsperspektive ihres Chefredakteurs zwar bei der Betriebsversammlung beeindrucken lassen, sind danach aber wieder in den alten Print-Trott verfallen.
„Der Kassner macht einen Chat?“
„Na, soll er doch, ich hab besseres zu tun.“
Da werden Reitz und Borchert noch viel zu tun bekommen, um aus dieser Mannschaft ein Team crossmedial denkender und handelnder Redakteure zu machen. Wenn ich dabei an den Nachwuchs denke, für den Online „igitt“ bedeutet, na dann noch viel Spaß!
PS. Ich bin entgegen anderslautenden Behauptungen nicht Bernd Kassner und heiße natürlich nicht Katharina!
Die Navigation war, wie bei der WAZ üblich, eher unbequem, die Ankündigung eher gut versteckt, Web0.5 eben. Trotz aller Awareness-Bremsen verliefen sich immer noch vier echte Leser (und ein mit seinem Privat-Account mitfragender Redakteur) in den ersten Online-Chat der Lokalredaktion. Das ist eigentlich nichts ungewöhnliches, eher schon old fashioned, zeigt aber wie bemüht einzelne Kollegen sich in die Online-Welt stürzen.
Treibende Kraft in der Essener Lokalredaktion ist dabei der im Netzt als „katholischer Herbergsvater“ bekannt gewordene Bernd Kassner. Er und vielleicht noch sein Kollege Peter Marnitz sind die einzigen unter rund einem Dutzend lokalen Essener Print-Redakteuren, die sich bisher nenneswert im Online-Bereich engagiert haben. Wohlgemerkt, beide zusammen haben den 100. Geburtstag schon hinter sich.
Und der Rest? Zugegeben, die meisten haben sich von der crossmedialen Zukunftsperspektive ihres Chefredakteurs zwar bei der Betriebsversammlung beeindrucken lassen, sind danach aber wieder in den alten Print-Trott verfallen.
„Der Kassner macht einen Chat?“
„Na, soll er doch, ich hab besseres zu tun.“
Da werden Reitz und Borchert noch viel zu tun bekommen, um aus dieser Mannschaft ein Team crossmedial denkender und handelnder Redakteure zu machen. Wenn ich dabei an den Nachwuchs denke, für den Online „igitt“ bedeutet, na dann noch viel Spaß!
PS. Ich bin entgegen anderslautenden Behauptungen nicht Bernd Kassner und heiße natürlich nicht Katharina!
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